Handball-Oberliga der Männer: Philipp Petriesas wird neuer Trainer der HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg

Philipp Petriesas
Philipp Petriesas

Joachim Hobke
Westerrönfeld Die Corona-Krise hat zwar die Saison in der Handball-Oberliga der Männer seit Mitte März vollständig zum Erliegen gebracht, untätig ist man bei der HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg seit dem aber nicht gewesen. Priorität genoss bei HSG-Leiter Marcus Krause vor allem die Suche nach einem neuen Coach für Tim Ullrich. Ullrich war Anfang März freiwillig zurückgetreten, nachdem ihm die Mannschaft signalisiert hatte, zur kommenden Saison nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten zu wollen (die LZ berichtete) . Am Mittwoch konnte Krause nun Vollzug melden. Der Neue auf der Kommandobrücke der HSG ist ein alter Bekannter: Philipp Petriesas kehrt zu seinem „Herzensverein“ zurück und übernimmt zur kommenden Saison den Oberligisten. „Wir freuen uns, dass wir Philipp für diese Aufgabe gewinnen konnten“, sagt Krause. Co-Trainer wird mit Arne Backhaus ebenfalls „ein Kind des Vereins“, wie es Krause formuliert. Backhaus hatte jahrelang die Zweite der HSG in der Landesliga trainiert. „Wir hatten im Vorstand Überlegungen angestellt, die Trainerposition mal intern zu besetzen, nachdem es in den vergangenen Jahren doch eine große Fluktuation gab. Ich denke, wir haben mit Philipp und Arne eine sehr gute Wahl getroffen. Beide tragen die Westerrönfelder DNA in sich.“

Arne Backhaus
Arne Backhaus

Vor acht Jahren hatte es Petriesas aus privaten und beruflichen Gründen nach Hessen verschlagen. Nun zieht es den mittlerweile 38-Jährigen wieder in den Norden, für Mitte Mai ist der Umzug geplant. „Es stand schon länger im Raum, dass ich zurückkehre. Jetzt hat es endlich klappt. Und die Verbindung zur HSG ist nie wirklich abgerissen. Immer, wenn ich auf Heimatbesuch war, habe ich mir Spiele angeschaut, hatte auch durch meinen jüngeren Bruder Patrick den Kontakt zur Mannschaft. Ich freue mich, dass ich meinem alten Verein jetzt helfen kann.“ Bis 2012 trug Petriesas das Trikot der HSG Schülp/Westerrönfeld. Nach seinem Weggang spielte er zunächst drei Jahre für den TSV Florstadt, anschließend noch eine Saison für die HSG Mörlen und übernahm ab 2016 das Traineramt beim Bezirksoberligisten. „Vom Niveau her ist das vielleicht mit der SH-Liga vergleichbar.“

Mit „großem Respekt“ geht Petriesas an die neue Aufgabe heran. „Der Trainerjob in Westerrönfeld war zuletzt ja nicht der einfachste. Da waren schon einige namhafte Trainer dabei, die vorzeitig gehen mussten. Aber Angst zu Scheitern habe ich nicht. Schwierige Aufgaben sind dazu da, bewältigt zu werden.“ Petriesas bevorzugt eine flache Hierarchie und eine offene Kommunikation. Autoritätsprobleme befürchtet er nicht. „Im Training und im Spiel bin ich Trainer, danach Freund, Kumpel und Bruder. Und wenn einem etwas nicht passt, soll er es sofort sagen, anstatt es lange mit sich herum zu tragen.“

Der neue Coach möchte „attraktiven Tempohandball“ spielen lassen, legt deshalb großen Wert auf Fitness. „Die Jungs haben jetzt ja Zeit, um sich in Form zu bringen. Dann müssen sie es später nicht.“ Derzeit absolvieren die Spieler noch in individuelles Training nach Vorgabe von Interimscoach Torge Haß. „Das ist aber nichts Spektakuläres“, sagt Haß. „Die Jungs sollen nur ein bisschen in Bewegung bleiben. Denn, wann wir wieder in die Halle dürfen, steht ja noch in den Sternen.“ Deshalb wurde die Saison am Mittwoch auch vorzeitig für beendet erklärt (siehe Info-Kasten). „Macht ja auch Sinn“, sagt Krause. „Wir können jetzt unseren Fokus auf die nächste Saison richten.“ In der nicht nur der Trainer neu ist. Auch im Kader gibt es Veränderungen. Rückraum-Shooter Tim Dau (HG OKT), Kreisläufer Dany Jüschke (Karriereende) und Torhüter David Meurer (Ziel unbekannt) verlassen den Verein. Die entstandenen Lücken sollen durch Philipp Stiller (Rückraum), Leon Kirschner (Tor/beide THW Kiel II) sowie Philipp Scharff (Rückraum/HSG Mönkeberg/Schönkirchen) geschlossen werden. Petriesas: „Ich denke, wir sind damit gut aufgestellt. Ich kann es kaum erwarten, loszulegen.“ Doch wie seine Spieler muss sich der neue Coach erst noch gedulden. Wegen der Corona-Krise.

Quelle: sh:z ePaper

   

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